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Kuriose Bestattungsarten

Wollen Sie nach Ihrem Tod von Geiern aufgefressen oder lieber ein Korallenriff werden? Ja, es gibt schon ganz spezielle Bestattungsarten …

Auch in Wien geht der Trend bekanntlich weg von der klassischen Beerdigung und immer mehr in Richtung Naturbestattungen. Dennoch gelten hierzulande Baum- oder Wasserbestattungen (noch) zu den eher außergewöhnlichen Bestattungsarten. Auch individuell gestaltete Särge (siehe dazu „Der letzte Weg darf ganz besonders sein“) sind in unseren Breiten eher die kreative Ausnahme.

Wirft man allerdings einen Blick in andere Länder, dann wird schnell klar: Was man in unseren Breiten als „außergewöhnlich“ bezeichnet, ist woanders stockkonservativ …

Letzte Schuhe-Stätte

Was halten Sie davon, in einer Flasche begraben zu werden? Oder einer Teekanne? Oder einem Schuh? In der Region rund um die ghanaische Hauptstadt Accra ist das nichts Besonderes. Im Gegenteil. Die dort lebende Ethnie der Ga glaubt daran, dass die Form des Sarges den Toten im Jenseits dabei hilft, ihren irdischen Status beizubehalten oder dem früheren Beruf weiter nachzugehen. Darum werden Särge in Ghana nicht nur kreativ dekoriert, sondern nach den Wünschen der Verstorbenen oder der Hinterbliebenen gänzlich in allen möglichen Formen hergestellt: Als Fahrzeuge, als Früchte, als Gebrauchsgegenstände, als Tiere.

Die Beerdigung selbst passt sich der bunten, originellen Sargkunst an: Sie sind laute, öffentliche Veranstaltungen, der Glaube an das Leben nach dem Tod drängt die Trauer in den Hintergrund. Fröhliche Bestattungen in mehrfacher Hinsicht also.

Hol’s der Geier

Himmelsbestattung. Der Name klingt, nun ja, himmlisch. Dennoch darf man annehmen, dass diese Begräbnisform zumindest in der westlichen Welt nicht unbedingt jederfraus und jedermanns Sache ist. Denn dabei steigen die Verstorbenen in den Himmel auf – und zwar in Geierschnäbeln und -mägen. Denn die Toten werden am Bestattungsplatz aufgebahrt, ihre Körper zerteilt und dann den Geiern zum Fressen überlassen. Diese tragen nach buddhistischer Vorstellung die Leichname somit in den Himmel, genauer ins Bardo, einen Ort zwischen Tod und Wiedergeburt.

So barbarisch dieses Ritual im ersten Moment erscheint, so sehr deckt sich doch die Vorstellung, dass Verstorbene in den Himmel kommen, mit anderen Glaubensrichtungen.

Trockengelegt

Gefriergetrocknet nach dem Tod … Wer bei dieser Bestattungsmethode an ein Einfrieren und eine Aufbewahrung des Leichnams denkt, wird jedoch enttäuscht sein. Bei der Promession, wie das Gefriertrocknen von Verstorbenen genannt wird, kommt es vielmehr zu einer Wiederverwertung des Körpers: Aus den Toten wird nämlich Kompost.

Möglich macht das ein Verfahren, das die mittlerweile verstorbene schwedische Biologin Susanne Wiigh-Mäsak in den 1990er entwickelt hat. Dabei wird der Leichnam schockgefroren und anschließend in einem Bad aus flüssigem Stickstoff auf minus 196 Grad weiter abgekühlt. Dadurch wird der Körper so spröde, dass er – mittels Schallwellen und Vibration – zu einem Pulver zerfallen kann. Dieses wird schließlich in einer kompostierbaren Urne in 30 Zentimetern Tiefe begraben; nach wenigen Monaten hat sich das Behältnis samt Granulat in Kompost umgewandelt.

Neben dem ökologischen Aspekt – es gelangen keine Schadstoffe ins Erdreich oder die Luft – spricht laut der Erfinderin der Methode auch ein weiterer Aspekt für Promession: Das Sinnbild vom Kreislauf des Lebens.

Alles im Riff

Apropos der Kreislauf des Lebens. Er ist es, der viele Menschen zu Naturbestattungen bringt. Für all jene, die das Meer als ewige Ruhestätte ins Auge fassen, gibt es eine Möglichkeit, die ebendiesen Lebenskreislauf noch stärker im Fokus hat als ein Verstreuen der menschlichen Asche im offenen Wasser. Denn das Unternehmen Eternal Reef mit Sitz in Florida bietet eine Meeresbestattung der besonderen Art an: als Korallenriff.

Dabei wird die Asche der Verstorbenen in ein Betongemisch eingearbeitet, aus dem die „Riff-Kugeln“ gemacht werden; runde Hohlkörper mit zahlreichen Öffnungen, um Strömungen unter Wasser wenig Angriffsfläche zu bieten. Aus diesen Kugeln, die je nach Größe zwischen 250 Kilo und zwei Tonnen wiegen, entsteht mit der Zeit das Eternal Reef, das „ewige Riff“, in dem sich Korallen und Fische ansiedeln. Das Unternehmen betont dabei, dass der für die Kugeln verwendete Beton annähernd ph-neutral ist, zudem unterstützen Meeresbiolog:innen das Projekt als Teil des Kampfes gegen das Korallensterben. Eine Bestattung mit Sinn also. Was will man mehr?

Bestattungsarten: Sandalettensarg, Ghana
Paa Joe mit Sandalettensarg (c) Regina Schumi/Wikipedia

Ich bin dann mal weg.

Grabinschrift von Unbekannt
Bestattungsarten: Eternal Reef
„Riff-Kugeln“ (c) Eternal Reef

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