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Gestorben wird immer: Die Bestattung Wien

Im Juli 2022 feierte sie ihren 115. Geburtstag: Die Bestattung Wien hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

(c) Bestattung Wien
(c) Bestattung Wien

Wir schreiben den 1. Juli 1907. Die „Gemeinde Wien – Städtische Leichenbestattung“ mit Sitz in der Goldeggasse 19 im vierten Wiener Gemeindebezirk nimmt ihren Betrieb auf. Drei Monate zuvor hatte die Stadt Wien die beiden größten Wiener Bestattungsunternehmen, „Erste Wiener Leichenbestattungs-Anstalt Entreprise des pompes funebres“ und „Concordia“, gekauft und so die Grundlage für jenes Unternehmen geschaffen, das man heute als „Bestattung Wien“ kennt und schätzt.

Geschäft mit dem Tod

Das erste Wiener Leichenbestattungsunternehmen war 1867 von dem Trauerwarenhändler Franz Josef Grüll unter dem klingenden Namen „Entreprise des pompes funebres“ gegründet worden – auf deutsch schlicht „Bestattungsunternehmen“. (Noch heute kennt man in Wien übrigens den Begriff „Pompfinebrer“ für einen Leichenbestatter.)

1868 folgte mit der „Pietät“ ein zweites, 1870 mit der „Concordia“ ein drittes Unternehmen. Dabei bliebt es freilich nicht; das Geschäft mit dem Tod sorgte für zahlreiche weitere Konkurrenz und endete schließlich in einem erbitterten Wettstreit unter den Bestattern. Der teilweise handgreifliche Kampf um die Verstorbenen brachte die Stadt Wien schließlich zum Eingreifen: Das Gewerbe wurde 1885 konzessioniert.

Herausfordernde …

Nach ihrer Gründung brachte der Erste Weltkrieg (1914 – 1918) erste große Herausforderungen für die „Städtische Leichenbestattung“ mit sich. So herrschte nicht nur Personalmangel in Wien, aufgrund fehlender Pferde mussten die Straßenbahnen den Transport der Leichen übernehmen. Zudem erreicht die „Spanische Grippe“ 1918 in Wien ihren Höhepunkt; die Tischler kamen mit der Produktion der Särge nicht mehr nach.

Im gleichen Jahr wurde daher ein Sargerzeugungsbetrieb dem Unternehmen angeschlossen sowie in den Zwischenkriegsjahren die Größe der Aufbahrungsräume auf Friedhöfen deutlich erhöht; Wohnungsaufbahrungen wurden dadurch immer seltener und verschwanden bis 1945 schließlich vollständig.

Davor gab es jedoch neuerlich herausfordernde Jahre für die Städtische Bestattung: Aufgrund des Arbeitskräftemangels im Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) konnten Tausende Menschen in den späten Kriegsjahren nicht beerdigt werden. Zudem wurde die Sargfabrik und der Fuhrpark der städtischen Bestattung bei Fliegerangriffen zerstört.

… und spannende Zeiten

Nachdem 1946 die Umbenennung in „Gemeinde Wien – Städtische Bestattung“ erfolgt war, wurde diese 1953 in die Wiener Stadtwerke eingegliedert. Bereits zwei Jahre vorher war die Übernahme aller privaten Wiener Bestattungsunternehmen abgeschlossen worden. In den folgenden Jahren wurden nicht nur die Bediensteten neu uniformiert sowie die Fahrzeuge modernisiert, mit der Einweihung der Sargfabrik Atzgersdorf in der Breitenfurter Straße 176 (23. Bezirk) im Jahr 1968 gab es auch einen neuen Standort für die Sargerzeugung. Sie war bei 2013 in Betrieb.

In den 2000er-Jahren kam es zur Gründung der Bestattung Wien GmbH, die schließlich 2010 unter dem Dach der B&F Wien – Bestattung und Friedhöfe GmbH angesiedelt wurde. Zwei Jahr später übersiedelten Teile der Bestattung Wien GmbH in die Simmeringer Hauptstraße 339 im 11. Bezirk in unmittelbarer Nachbarschaft zur Feuerhalle Simmering – gegenüber von Tor 2 des Zentralfriedhofs. Ebendort, im Untergeschoß der Aufbahrungshalle 2, findet man seit 2014 das Bestattungsmuseum, nachdem es von der alten Adresse in der Goldeggasse 19 übersiedelt war.

Dort erinnert heute übrigens nichts mehr an die Bestattung Wien. Seit Ende 2016 findet man an dieser Adresse eine moderne Wohnhausanlage – inklusive Kindergarten der Stadt Wien.


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