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Thanatopraxie: Die Würde der Toten

Das ästhetische Versorgen von Verstorbenen, die optische Restaurierung von Toten: Die Thanatopraxie gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Der Begriff Thanatopraxie ist wohl den wenigsten Menschen geläufig. Und das verwundert nicht, denn der Bereich, mit dem sich diese Tätigkeit befasst, gilt nach wie vor als Tabuthema: Thanatopraxie bezeichnet nämlich die hygienische, ästhetische und konservierende Versorgung von Leichnamen, die über die übliche Maßnahmen hinausgeht.

Kosmetik & Ästhetik

Der Begriff leitet sich vom altgriechische Wort für „Tod“, thanatos (θανατος), ab und umfasst all jene Arbeiten an den Verstorbenen, die es den Angehörigen leichter machen, von ihren Lieben Abschied zu nehmen, indem sie den Toten ein würdevolles, ästhetisches Erscheinungsbild verleiht.

So ermöglichen Thanatopraktikerinnen und -praktiker beispielsweise die kosmetische Restaurierung von Unfall- oder Gewaltopfern. Weiters verzögern sie den Verwesungsprozess durch Verwendung von speziellen konservierenden Mitteln und machen so unter anderem eine offene Aufbahrung auch Wochen nach dem Tod möglich.

„Macht mit!“ statt Ohnmacht

Die Thanatopraxie kann aber noch viel mehr leisten, wie unter anderem die Berliner Thanatos Bestattung zeigt. Hier hat man sich dem Credo verschrieben, dass eine Bestattung für die Hinterbliebenen „keine Erfahrung der Ohnmacht“ sein muss, die man „nur über sich ergehen lässt, sondern sie kann ein selbstbestimmtes, kraftspendendes Ereignis sein, an das man sich positiv erinnert.“

So bietet Thanatos Bestattung den Angehörigen an, bei der Totenversorgung mitzuhelfen und so vom geliebten Menschen ganz persönlich Abschied zu nehmen. „Es ist beispielsweise möglich, die Toten gemeinsam anzukleiden, mit zur Kühlung zu fahren, mit ins Krematorium zu gehen und den Sarg bei der Einfahrt in den Ofen zu sehen.“

Tabuloser Tod

Thanatos hat sich so wie andere Unternehmen und Initiativen zum Ziel gesetzt, den Tod zu enttabuisieren (siehe dazu „Reden wir über den Tod“). So ist man unter anderem auf Twitter aktiv und sorgt mit diversen Tweets über Begräbnisse, das Sterben und die damit verbundene Trauer dafür, dass diese vermeintlichen Tabuthemen etwas Alltägliches bekommen.

Und auch die Würde der Toten trägt dazu bei. Ihr Äußeres, ihre Kleidung, ihr Erscheinungsbild. All das soll nicht nur für die Verstorbenen wichtig bleiben – es soll für die Angehörigen ein wichtiger Teil der Verabschiedung sein. Denn, wie es Thanatos ausdrückt: „Sterben, Tod und Bestatten gehören zum Leben dazu.“

(c) Harald Lachner

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